Hannes Hegen

Der Vater der Digedags  „Größte deutsche Comic-Legende"  oder der "Rolf Kauka des Ostens"

Johannes Hegenbarth, der am 16.05.1998 seinen 73. zigsten Geburtstag feiert wohnt in Berlin. Geboren wurde er in Kamnitz in Nordböhmen, dem Zentrum der Kunstglasindustrie. Ab 1943 studierte er in Wien, nach Kriegsende in Leipzig.

Als junger Grafiker arbeitete Hegen freiberuflich für verschiedene Verlage. Erste Zeichnungen entstanden für satirische Zeitschriften wie "Frischer Wind (später Eulenspiegel)". Das Rumpelmännchen war sein erstes einschneidendes Erlebnis und erwies sich später sehr hilfreich beim Verkauf der Urheberrechte seiner Figuren. Für die Lehrerzeitung, Wochenpost, Frischer Wind, und "Das Magazin" zeichnete er ebenfalls. Mythos DIGEDAGS : Comic Helden, Bückware in der DDR, heute kultiges Sammler-Objekt: Für die erste" Mosaikausgabe" 1955 zahlen Liebhaber bis zu 3000,00 DM.

Als die Diskussion über den negativen ,jugendverderbenden Charakter der Westcomics in den fünfziger Jahren ihren Höhepunkt erreichten, ging die FDJ in die Offensive, es sollten eigene sozialistische Comics entstehen. Frösi, Trommel, Atze, entstanden zuerst. Durch einen glücklichen Zufall sprach Hegen mit einer Mappe voller Zeichnungen beim Verlag "Neues Leben" vor. Peterson erkannte seine Chanche und beide wurden sich schnell einig. Mit den Urheberrechtlichen Vollmachten ausgestattet startete er sein Lebenswerk- "den DIGEDAGS".

Das Weihnachtsfest 1955 hielt für alle Kinder und Jugentlichen in der DDR eine besondere Überraschung bereit: eine neue Zeitschrift mit dem Titel "MOSAIK von Hannes Hegen". Für die Altersgruppe ab 9 Jahre waren die Abenteuer der Digedags gedacht, die ihre Premiere am 23. Dezember 1955 hatten. Offensichtlich traf Hegen mit seinen drei Helden Dig,Dag und Digedag den Nerv der jungen Leser. Das ticken einer Uhr verhalf den Digedags zu ihren Namen. Von Anfang an war das "KOLLEKTIV" dabei. Mit 2 Zeichnern und seiner Frau Edith schuf er das Konzept und hatte Erfolg. Sogar im Westen bildete sich eine Fangemeinde. Nach 2 Jahren sollte das Mosaik monatlich erscheinen und es wurden neue Zeichner eingestellt. Ab 1960 zeichnete Lona Ritschel die Figuren im Mosaik und sie bekamen ihre heutige Form. Leider wurde das farbenprächtige Gemeinschaftswerk als die alleinige Leistung eines Einzelnen dargestellt.  In 223 Heften wandelten die Digedags in Raum und Zeit. Ob sie nun im alten Rom weilten ,im Weltall, in der Urgesellschaft, bei Forschern im 19.Jahrhundert, mit Ritter Runkel in Venedig und im Orient oder ab Heft 152 in Amerika. Dabei kämpften sie immer für Gerechtigkeit und vermittelten auf ihren Reisen ein für Kinder verständliches Bild von der Geschichte der Menschheit auf unserer Erde. Das was der DDR Bürger nicht konnte, erlebten die Digedags für uns und wir träumten mit ihnen mit. Kunst ,Kultur andere Länder Lebensweisen ,Sitten und Gebräuche. Dabei kommt es auch vor, das die Reise der Digedags abgebrochen wird , weil die politische Lage sich z.B. mit China verschlechtert hatte (Ritter Runkel Serie). Ab Heft 152 waren die Digedags als Reporter des "New Orleans Magazine" in Amerika unterwegs. Dabei hatte jeder für sich Figuren in sein Herz geschlossen. Ob die schöne Suleika, Miß Jefferson oder Adelaide von Möhrenfeld, die Frauen spielten immer eine "große" Rolle im  Mosaik. Mit Mosaik 223 beendeten die Digedags ihre Weltreisen im nächtlichen Panorama ägyptischer Pyramiden und verschwanden 1975 für immer von der Bildoberfläche.

Was war geschehen ? Hegen selbst meint heute, die wachsende politische Gängelei des Verlages habe ihn dazu gebracht das Handtuch zu werfen. Lothar Dräger ,einst künstlerischer Leiter des Mosaiks(am 01.11.1996 in Ndbg) meinte ,Hegen habe genug Narrenfreiheit gehabt, und verdiente mehr als je ein DDR-Minister hatte. Bei den Neuverhandlungen der Vertragsbedingungen soll Hegen seine Forderungen derart auf die Spitze getrieben haben , das der Verlag sich entschloß, der Erpressung nicht mehr nachzugeben. Leider hatt Hegen auch nach der Wende die Digedags nicht wieder neu auferstehen lassen, obwohl jetzt die Möglichkeiten dazu bestehen würden. Dafür kommt jetzt ein neues großes Abenteuer zu uns in Form eines Films. "Dig, Dag und Ritter Runkel" so heißt der Pilotfilm der Firma Ostfilm Hoffmann und Loeser. 30 Mitarbeiter haben 25000 Blatt Papier zu 7200 Einzelbilder verarbeitete. Er erzählt den Anfang der Ritter Runkel Geschichte, in der Dig und Dag den tolpatschigen Ritter kennenlernen.
Konzeptionen für die Zeichentrickserie stehen.....der Kinofilm wird wohl noch etwas warten müssen.(zuwenig Geld)