Heinz Behling

Wer den DDR Alltag erforschen will, kommt an Behling nicht vorbei. Es sind nicht so sehr Missverständnisse und Fehlinterpretationen, die das Leben eines Satirikers so spannend machen.

Am 5 Juni 2003 verstarb der Autor ,Karikaturist, Grafiker, Kinderbuchautor und Zeichner des Staatswappen der DDR Heinz Behling.

Behling wurde 1920 in Berlin geboren und lernte nach der Schulentlassung malen ,als Kinoreklamemaler. Von der Antifaschule kehrte er nach Berlin zurück und ging ins Stahlwerk Hennigsdorf. Dort arbeitete er an der Walze und malte und zeichnete hinterher noch stundenlang. Nach seinem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin Weißensee kam er mitte 1953 zur Zeitschrift für Humor und Satire "Frischer Wind" als Zeichner.

1954 war er maßgeblich an der Umwandlung der Zeitschrift in den anspruchsvolleren "Eulenspiegel" und der Gründung des Eulenspiegelverlages beteiligt. Er war einer der ersten Zeichner und prägte deren Stil mit. Außer ungezählten Karikaturen (3 Zentner Zeichnungen-mit dieser in künstlerischen Gefilden höchst ungewöhnlichen Gewichtsangabe definierte Behling mitunter sein Lebenswerk.) stammen von ihm Plakate Programmhefte ,Bühnenbilder und sogar Wandbilder. Und Bücher. 12allein für Kinder, darunter "Alarm im Kasperletheater", "Der fliegende Großvater" und "Teddy Brumm" als Klassiker.

Die unangepasste Art seiner Arbeit brachte brachte es mit sich, dass ihm illustre Kunstpreise nicht verliehen wurden. Dies zu verschmerzen fiel ihm leicht. Den offiziellen Ordensverleihungen setzte er seit 1980 die private Geste eines "EDDI" an Nichtpreiswürdenträger" entgegen. (z.B. auch Jürgen Kieser) Behling war vor allem ein erfolgreicher Karikaturist- dafür sprechen noch mehr als die Dankschreiben, die zahlreichen Protestbriefe , die er erhielt.
In der Zeit der Hauptaufgaben formulierte er mit Bezug auf die weitverbreitete Schönfärberei ständig hintergründige Gedanken wie etwa diesen:. "Die Hauptaufgabe der bildenden Kunst besteht darin, unsere Erfolge abzumahlen, und wenn möglich noch schöner.

(Der Frische Wind war eine Gründung der Sowjetischen Militäradministration. Sein Name ist einer damals sehr beliebten Dunajewski-Operette entlehnt. Der Zweifarbendruck und das kleine Format entsprachen den Möglichkeiten im Nachkriegs-Berlin. Die sich entwickelnde polygrafische Industrie der DDR machte im Jahr 1954 ein umstieg auf 4 Farben und ein größeres Format möglich. Das war im Herbst 1953.
Zitat Behling.: Wir entschieden uns für den Namen "EULENSPIEGEL", weil der auch als Person auftreten konnte ,weil er was mit dem Lächerlichen zu tun hat, weil er deutscher Abstammung ist und weil es schon mehrmals satirische Blätter in Deutschland gab (als KPD-Organ mit OTTO Nagel)

Zitate aus Karigrafi 90,: Fragen an den frühen Behling oder ein zeichnender Satiriker gibt Auskunft.