Horst Alisch

Horst Alisch am 17.05.2012 in seinem Arbeitszimmer.

Das Pioniermagazin "Frösi" hatte ganz andere Aufgaben als "Atze", der Comicanteil war hier geringer.

 

Dominierend blieben Zeichner wie Richard Hammbach, dessen Abenteuer mit TÜTE und Mäxchen PFIFFIG die Mehrzahl der Heftcover zierte. Als zweiter großer "FRÖSI" Zeichner hatte sich Horst Alisch bewiesen, dessen Dackelstrip ALI und ARCHIBALD nicht sein einziger Strip-Beitrag blieb. Wiederholt erdachte er Bildgeschichten zum Mitdenken und Mitmachen, für die ebenfalls der Text von ihm stammte. Beliebtheit errang der Gagstrip vom "Käptn Lütt" und seinem Papagei "KoKo". Neben den Mosaik-Büchern der Amerika-Serie gab es wenige weitere DDR-Comics die im westlichen Ausland erschienen.

Horst Alischs "Frösi"-Serie ALI und ARCHIBALD erschienen in der Westberliner Gazette unter dem Titel "WALDI". Im Eulenspiegel erschienen "Schrullivers Reisen" ,dazu Alisch:" über die Schönheit der Welt wurden ganze Bibliotheken geschrieben. Wo aber kann mann etwas über die Unschönheit lesen?. Entsprechen führten Schrullivers vergnügliche "Bildungsreisen" in das Land der Kriecher, an die Gestaden der Korruptillen, ins Reich der Halbstarken, zu den Engpässen des Motorients, nach chmalzdonien, ürokratien, und westwärts an die Amizonas. Für die "BZ am Abend" lieferte er tagespolitische Karikaturen als auch komische Bilderstreifen. In der Tauwetterzeit der fünfziger war auch in der DDR einiges  an Kritik möglich. Wachtmeister Schampel, selbst im Wohnzimmer strahlt eine Ampel als Krohnleuchter,sowie Bürokrates, Sohn des Pedantes, ein anachronistischer üro(kratie)-Strip:...es begab sich in der Zeit als die Tintenfische sich ihres Namens noch nicht schämten und ein Stempelkissen zu den 7 Weltwundern zählte. Da verkündeten Trompetenstöße den Beginn des Bürozeitalters. Den 1925 in Berlin geborenen Horst wollte der Vater zum Börsenmakler ausbilden lassen. Nach nur 2 Monaten meldete er ich aber bei der UFA. Nachdem er die Aufnahmeprüfung mit sehr gut bestanden hatte, bekam er eine Tätigkeit im Trickfilmatelier wo auch die später berühmte Hildegard Knef arbeitete. Alisch wurde eiberufen und seine Zeichtrickfilmzeit war vorbei. In englischer Gefangenschaft lernte er nicht nur die Sprache,sondern entwickelte auch Sympathie für die westliche Welt. In Berlin Tegel arbeitete er 1946 zunächst als Kraftfahrer und besserte seinen Lebensunterhalt mit Zeichnungen auf. Aus dem Westen siedelte er in die DDR über und arbeitete bei der "BZA".Hier wurde er politischer Zeichner. Schließlich bemühte sich die "Junge Welt" um ihn, da mann sah, wie gut er für Jugendliche arbeiten konnte. Neben Pressezeichnungen bot er als Freischaffender den Redaktionen auch Bildergeschichten an. Eine Kolleginn bei der BAZ erzählte oft von ihrem Dackel und was er alles konnte. Da der Berliner als Hundeliebhaber gilt, reichte er seinen Hundestrip ein.

Seit 1968 arbeitete Alisch bei der "Frösi", auch der Strip erschien. Im Beirat der Frösi entwickelte er die Zeitung wissenschaftlicher weiter. Zu seinen größten Erfolgen wurde die Figur "EMMY",die er für die Frösi entwickelte. Als Sero-Figur gewann sie weite Verbreitung durch einen EMMY-Fanklub, EMMY-Feste usw. Emmy-Bilder-Spaß-Geschichten erschienen im Verlag Junge Welt. Wenig Erfolg war auch dem späteren Versuch der ehemaligen DDR-Karikaturisten beschieden, ein eigenes Witzblatt herauszugeben. "Jolly" das vielseitige Witzblatt zum täglichen Verbrauch",das ab Juni 1991 monatlich erscheinen sollte, kam  über die erste Nummer nicht heraus-, eine schwere Enttäuschung  für Moese und Alisch. Alisch lebt bei Berlin.