Karl Schrader

"Humor zu haben ist eine Gnade-Humor zu machen dagegen Schwerstarbeit!", sagte einmal Schrader zu seinem Los, ein Karikaturist zu sein. Ein gewisser Ringkampf mit leeren Flächen ist das. Humor ist ein zartes Pflänzchen, das Mann sehr pfleglich behandeln sollte. Aber es das Pflänzchen wird häufig als etwas ganz und gar Selbstverständliches hingenommen, ja mit Mißachtung sogar begegnet. Die Menschen müssen lernen, ganz allmählich natürlich über sich selbst zu lachen, denn, verdammt noch einmal, sie nehmen sich zu ernst.

Wie alle großen Zeichner, die in Berlin wirkten, ist auch er nicht mit Spreewasser getauft worden, sondern im lieblichen Hildesheim am 30.August 1915 geboren. In schlimme Zeitläufe hineingeboren, überstand unser Kriegskind die "Kohlrübenwinter", ohne sichtbare Schäden. Auch Schrader wurde unmißverständlich nahegelegt, einen anständigen Beruf zu ergreifen. Nach dem Gymnasium besuchte er von 1933-1936 die Schule für Kunst und Handwerk und von 1936-1939 die Graphische Akademie in Leipzig. Sein Professor sprach Angesichts der Ergebnisse zu ihm:"Wenn Sie so weiterzeichnen, junger Mann, wird aus Ihnen ein Karikaturenzeichner!" Schmach und Schande! Eine Welt stürzte ein. Das war ja wohl das Ekelhafteste, was sich der Künstler Karl vorzustellen mochte.

Aber er nahm den Kampf auf und wurde Karikaturist. Der Krieg gab Zeit für neue Überlegungen. In der Nachkriegszeit versucht sich Schrader durch Pilzesammeln und Zeichnen über Wasser zu halten.

Als der "Frische Wind" am 4.August 1950 seine ersten Karikaturen veröffentlichte, war der Name des sich als Pilzsucher Empfehlungen Zeichners unbekannt. Von nun an fand Mann den Namen Schrader regelmäßig auf den Seiten der Zeitschrift, die ab 1954 der"Eulenspiegel" hieß. Karl Schraders Zeichnungen sind deshalb so einprägsam, weil Text und Bild ein rundes Ganzes bilden. Aus dem Jahre 1956 stammt die Bilderfolge "Tierwärter Blasius"; 1963 erscheint die Bildserie "Schraders Weihnachtsmänner" und 1972 die Bildserie "Aber Bello", wieder ein Hundeliebhaber (die Berliner) . Außer für den Eulenspiegel zeichnet Schrader auch für die "Freie Welt", die "NBI", "Elternhaus und Schule".

Gerade für die letztgenannte Zeitschrift arbeitete er gerne. Konnte er doch hier seiner Liebe für Kinder voll nachgehen.

Reichhaltig sind auch seine Buchillustrationen. In erster Linie humoristische Titel und natürlich Kinderbücher. Denkt Mann an Dommas "Braven Schüler Ottokar" oder an Wiesners "Frisör Kleinekorte", so hatt Mann dank Schrader auch diesen Typ sofort plastisch vor Augen. Während Mann Schraders illustrierten Bücher in den Regalen vieler kleiner und Großer Leser aufstöbern kann, sind Karikaturen zwangsläufig eine Domäne der Zeitungen und Zeitschriften. So nützlich sie dort sind, so bedauerlich ist es doch, daß sie nach einiger Zeit aus der Erinnerung der Menschen Verschwinden. Bei den Karikaturen eines Karl Schraders währe es höchst bedauernswert!

Am 20.12.1981 verstarb Karl Schrader in seiner neuen Heimatstadt Berlin.