Manfred Bofinger

Vorsatz: Ein schlechtes Gewissen ist ein saftiges Stempelkissen! Bofi, wie Ihn seine Freunde nennen heißt eigentlich Manfred Bofinger, klingt ja auch viel zärtlicher, so wie Honni oder Gorbi.

Doch nicht alle hören abgekürzte Namen gern, und es kann sein, daß manche berühmte Maler, Sänger, Schriftsteller,Politiker und "Funktionäre" fragen: Sie wissen wohl nicht, wer ich bin? Der Herr Bofi weiß trotzdem, wer er ist, weil er Humor hat.

Manfred Bofinger, dt.Graphiker, Cartoonist, Pressezeichner, Illustrator wurde am 05.10.1941 geboren und ist ein echtes Berliner Kind mit wallendem Bart und kleiner Nickelbrille. Seine Mutter war Verkäuferin und sein Vater halb Mensch und halb Künstler. Als Künstler malte er Plakate und als Mensch sang er gerne, obwohl damit nicht viel Geld zu verdienen war. Die Eltern mußten jeden Groschen zusammenkratzen, damit der Sohn auf eine höhere Schule gehen konnte."Mein Kind soll es einmal besser haben." Das sagt man heute auch noch. Ich kenne einen Professor, der befahl seinem Sohn "Du wirst Klempner und sollst es einmal besser haben als ich!

Und das wurde er und ist mehr gefragt als sein Vater.

Nach seiner Lehre als Schriftsetzer landete er beim Eulenspiegel, wo er bunte Seiten gestaltete. Jedenfalls fing Bofi damals an, Männchen, Kinder, Tiere, Schneewittchen und die 7 Zwerge zu zeichnen, nur so zum Spaß. Der Karikaturist Karl Schrader entdeckte dieses Talent und sprach in seiner muffigen Art:<<Dem Manne muß geholfen werden>>.Sein banaler Strich paarte sich allerdings kräftig mit Ironie aus der Sicht des genau hinsehenden aber einfühlsamen Beobachters, der nicht trocken analysiert, sondern fröhlich kommentiert. Schöne Eierköpfe, Langnasen, Punkt-augen und andere kindliche Formen sind sein Markenzeichen. So erkennt jeder Doofe auf Anhieb: Das hat der Bofinger gezeichnet. Die Kunst liegt darin , daß man darüber nicht nur lacht ,sondern auch nachdenken muß. Wie der Bofi zeichnet und erzählt, so sieht es auch in seiner Wohnung aus, nämlich locker und heiter. An allen Wänden hängen Bilder und Zeichnungen, nicht nur eigene, sondern auch welche von Kindern und älteren Meistern. In der DDR gehörte er zu den populärsten Karikaturisten, obwohl er sich nicht mit seinen Arbeiten in die Nähe ideologischer Pflichtübungen begab, dagegen überschritt er mitunter auf scheinbar naive Weise sonst tabuisierte Grenzen.(Leidensweg einer Humorzeichnung) Zahlreiche Auszeichnungen erhielt er in der DDR, wie z.B.:Kunstpreis,"Beste Plakate", "Schönste Bücher"(Alfons Zitterbacke)u.s.w.

Rechenkünstler haben herausgefunden, daß Bofi zu 70,41 % für Kinder gezeichnet hat. Das soll mal einer nachmachen! Die Eltern und Lehrer arbeiten ja auch für die Kinder, ob Sie es aber auf 70 % schaffen? Ich glaube nicht, sie haben zwischendurch auch noch was anderes zu tun. Von den 120 komplett illustrierten Büchern aus der Werkstatt Bofis zählen fünfzig als Bücher für Kinder. Nach der deutschen Wiedervereinigung stieg der Bekanntheitsgrad des Buchkünstlers auch im Westen ,vor allem dank des aufsehenerregenden Titels "Graf Typos" der schönsten Erfindungen der Kinderbuchgeschichte. Das dicke Bofinger Buch wird vom Eulenspiegel Verlag Berlin herausgegeben, hat 320 Seiten voller Humor und kolorierter Zeichnungen.

NACHSATZ: Der Stempel in der Hand ist schlimmer als ein Ding aufs Dach.