Willy Moese 

Leser der Wochenpost werden sich sicher noch an "Klaus und Choko" erinnern.

Diese Serie erschien von 1957-1960 mit 145 Folgen. Der Vater von "Klaus und Choko" ist einer der vielseitigsten Zeichner der ehemaligen DDR .Sein Name ist Willi Moese (WiM). Den meisten Funny-Comic-Freunden ist dieser Meister des frechen Zeichenstiftes bestimmt ein Begriff. Jedoch für alle, denen das Signum "WiM" noch nicht bekannt ist, eine kleine Biographie.
Willi Moese erblickte am 21.07 1927 in Barcelona (Spanien) das Licht der Welt. Seine Eltern arbeiteten für Siemens in einer Büromaschinenfabrik. In einer Spanischen Klosterschule erhielt er eine strenge und musikalische Ausbildung. Als er in Barcelona in die deutsche Oberschule kam, konnte er ganz gut zeichnen und hatte damit seinen Mitschülern einiges voraus. Zeichnen und Malen wurden zum Lebensinhalt. Mit dem Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges ging die Familie zurück nach Deutschland und glaubte damals alles wäre in wenigen Monaten vorbei. Als dieser vorbei war stand der nächste vor der Tür. Nach dem Krieg ließ Moese sich zuerst einmal in Bayern nieder, und zeichnete gelegentlich für die Presse. Durch Zufall entwickelten sich Kontakte mit einer Redaktion in der DDR in Dresden. In der Wochenpost und in der "Zeit im Bild" erschienen einige Comic-Stips, so das sich Moese Entschloß in die DDR überzusiedeln.
Neben Bogomil zählt "Klaus und Choco" zu seinen langlebigsten Comic-Strips in der Wochenpost. Hier erleben ein kleiner Junge und sein sprechender Papagei wirklich haarsträubende Abenteuer. In 145 Folgen gingen beide auf riskante Verbrecherjagd, retteten am Schwarzen Meer einen Bären, erkundeten indische Tempel, besuchten China, tauchten nach versunkenen Schätzen usw. Erst im Heft 30/1960 wurde die Serie nach vielen gefahrvollen Erlebnissen in  aller Welt beendet.
 
Vor allem für die Zeitung "Atze", aber auch für das Fernsehen zeichnete er Bildgeschichten für den Abendgruß. Seine Serien zum Zauberlehrling ,Blaff und Biene sowie Rolle und Robby sind auch in Westdeutschland bekannt. Gute Kontakte hatte Moese mit der Schweizer Agentur Cosmopress, die seine Interessen im westlichen Ausland wahrnahmen. Bei allen Veröffentlichungen handelte es sich um Nachdrucke. Diese Verbindung war nicht ganz legal und wurde von ihm ohne Erlaubnis der Behörden eingegangen. Ängstlichkeit und Zurückhaltung gehörten nicht zu seinen Eigenschaften. Als die DDR 1976 Wolf Biermanns Ausweisung verkündete, hatte Moese sich dafür eingesetzt, daß man diesen Beschluß zurück nehmen sollte. In seiner Sektion des Künstlerverbandes blieb er der einzige. Die Stasi war zur Stelle und in Folge verlor seine Frau Maria ihre Anstellung als Fernsehsprecherin; ihm wurde eine Ausstellung abgesagt. 
Unermüdlich setzte er seine Arbeit fort, engagierte sich für sein "Spaßvogel" Projekt, das noch auf eine Idee der 50`er Jahre zurück geht. 1956/1957 hatte eine Gruppe Zeichner, darunter Heinz Rammelt ,Willi Moese versucht unter dem Titel Spaßvogel ein Comic-Magazin für Leser aller Altersstufen zu gründen. Erst nach 1989 konnte ihr Konzept verwirklicht werden, doch die harten Bandagen der Marktwirtschaft ließen es nicht über die erste Versuchsnummer herauskommen. Der Mißerfolg war bitter. Inzwischen sind einige ältere Comic-Strips im Verlag "Spezial B.I.G. Edition erschienen.
Willi Moese verstarb am 14.02.2006 in Berlin .