Mosaik-Geschichte

Irgendwann kam mir dann die Idee mit der Mosaikgeschichte (MG), einfach alles Wissenswerte ums Mosaik zusammenzutragen und allen interessierten Sammlern zur Verfügung zu stellen. Fast alle die davon erfuhren begrüßten mein Vorhaben und stellten die tollsten Spekulationen an. Jedoch nur wenige unterstützten mich wirklich und ließen mir die gesuchten Informationen zukommen. Dabei kennt jeder Sammler andere Fakten, Begebenheiten usw aber erst die Gesamtheit des Wissens aller Mosaiksammler macht die MG tatsächlich umfassend und somit interessant doch für jeden selbst.Deswegen stelle ich heute den ersten Erkenntnisstand zusammen und bitte hiermit gleichzeitig wirklich j e d e n Sammler mir ihm Bekanntes weiteres Wissen ums Mosaik auf einer extra Seite (oder Zettel) zuzuschicken. Selbstverständlich können es auch Korrekturen, Ergänzungen oder Präzisierungen der hier dargelegten Fakten sein, denn bitte vergessen Sie nicht, daß dies ja nur ein Spiegelbild Ihrer Hinweise ist und ich unmöglich allen Informationen nachgehen konnte. Ferner bitte ich alle mit mir in Kontakt stehenden Sammlern mir den umfangreichen Schriftwechsel durch Zurücksenden des Anschriftszettels sowie ständiger Angabe der Korrespondenznummer zu erleichtern. Bitte teilen Sie mir auch Ihren eventuellen Anschriftenwechsel mit. Gleiches gilt auch für die in der Anlage erschienenen Sammleradressen, wobei mir hier jeder schriftlich das Erscheinen seiner Adresse bestätigt hat.

Ich wäre auch über angebotene Bereitschaft erfreut, zur Erweiterung der MG kleine Nachforschungsaufträge anzunehmen, denn wie groß der Wissensdurst um unser Hobby ist, bestätigen mir ja die vielen Zuschriften, die auch zahlreiche Anregungen zur Aufnahme weiterer Rubriken in der MG gaben. An dieser Stelle sei all denjenigen Sammlern Dank gesagt. Ob es jedoch je zu einem Mosaikfanklub kommen wird hängt außer von unserem Interesse als Sammler auch von einer Reihe gesetzlicher Bestimmungen ab, die eine Person niemals allein bewältigen kann.

Bevor ich nun endlich und bestimmt schon voller Spannung erwartet mit der Faktenauflistung beginne, sei noch gesagt, daß ich selbstverständlich allen Sammlern, die noch Bedarf an dieser MG zum eigenen Bedarf oder zum Weiterreichen haben, diese gerne auf schriftliche Anforderung ein oder mehrere Exemplare bei Zusendung eines mit 0,46 € frankierten und beschrifteten A5-Briefumschlages überlasse.

Lothar Dräger - Vom Ideenlieferanten zum künstlerischen Leiter des MOSAIK

Lothar Dräger wurde am 19. Januar 1927 in dem Dorf Schwennenz, 15 Kilometer westlich von Stettin als Sohn eines Eisenbahningenieurs geboren. Nach Abschluß des Realgymnasiums (Abitur) war er als Flakhelfer im Hafen von Stettin eingesetzt. Kurz vor Kriegsende schwer erkrankt, wurde er als wehruntauglich entlassen. Im Frühjahr 1947 besuchte er in Berlin das Klindworth-Scharwenka- Konservatorium, ab Herbst gleichen Jahres studierte er an der Hochschule für Musik in der Berliner Fasanenstraße. Als ausgebildeter Sänger fand er in den fünfziger Jahren Engagements in Nordhausen und Potsdam. Seine größten Rollen war der Ruiz im "Troubadour" und der Advokat Blind in der "Fledermaus". Aber er hatte auch Lust auf Veränderung. Auf eine Annonce in der Wochenzeitung "Sonntag" im Jahre 1957 bewarb er sich bei Johannes Hegenbarth der unter dem Pseudonym Hannes Hegen seit Dezember 1955 die einzige Comic-Zeitschrift der DDR, "MOSAIK von Hannes Hegen", gestaltete. Ab 1. September 1957 arbeitete Dräger für das Mosaik.

Seitdem war er an den Exposès beteiligt, die auf sogenannten "Herrenabenden" im Hause Hegen entstanden, und lieferte auch Textelemente. Nach dem Wechsel der Zeitschrift vom Verlag "Neues Leben" zum Verlag "Junge Welt"(1960) war er Verlagsangestellter.

 

Seinen Einstand gab Dräger in Heft 11: Der Aufruhr im Dschungel, vom Oktober 1957. Schon im folgenden Heft, 12 : Die Zirkuspremiere, konnte er seinen ersten Gag einbringen: Der Affe Dombo fällt in einen Farbeimer und rutscht mit seinen glitschigen Händen vom Trapez ab, um schließlich auf dem Rücken eines Trommlers zu landen. Angeregt von den "Sandalenfilmen", die in den fünfziger Jahren in Hollywood Hochkonjunktur hatten, wollte Hegen die Handlung ins alte Rom verlegen. Aber wie, ohne den Fluß der in der Neuzeit angesiedelten Handlung zu stören. Dräger hatte die Idee mit dem Wirbelsturm, der die Digedags samt Zirkusschiff in die Vergangenheit versetzte (13:Im Wirbel des Tornados). Aber Dräger war nicht nur gut für Ideen, Gags und die im Laufe der Zeit immer anspruchsvolleren Recherchen, auch für sein musisches Talent fand sich bald Verwendung. Für Heft 15: Die Ballade vom armen Strupp, Hegens Antwort auf den Disney-Film Susi und Strolch, waren die Verse (Ballade stammte ursprünglich von Nils Werner) zu lang geraten. Drägers Neugestaltung gefiel so gut, daß er auch gleich die Lieder der Hofdichter Nixos Talentos und Bombastus liefern mußte. In den kommenden Jahren hatte er noch oft Gelegenheit, Verse einzubringen, zumeist unter den schönen Panorama-Bildern in der Mitte der Hefte.

Nicht unbeteiligt war Dräger an der MOSAIK_ Beilage "Klaus und Hein erzählen aus dem Pionierleben mit Versen von Lothar Dräger", deren  jeweils abgeschlossene Bildergeschichten, insgesamt erschienen zwölf, die Bestrebungen Junger Pioniere zeigten, die von der Pionierorganisation verordneten Kampagnen in die Tat umzusetzen.

 

Hauptsächlich war Dräger aber für die wissenschaftlichen Recherchen der anspruchsvollen Themen, z.B. für die Amerika-Serie, verantwortlich. Dafür bestellte er sich große Bücherstapel in der (Ost-)Berliner Staatsbibliothek, die er dann systematisch auswertete, so die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges von William Draper. auch wuchs sein Anteil am eigentlichen Text. Fehlte der Amerika-Serie zu Beginn noch der "rote Faden",

fand Dräger ihn in der Geschichte um das im Benjo versteckte Testament des alten Goldgräbers, was genug Stoff für Reiseabenteuer und  Verfolgung bot.

 

Nach dem Bruch zwischen Verlag Junge Welt und Hannes Hegen trug man  Dräger die Übernahme der künstlerischen Leitung der neuen Bildergeschichte mit neuen Helden, den Abrafaxen, an. Im Juli 1975 wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen.

 

Begeistert von den Veränderungen in der DDR im Herbst 1989  stürzte Dräger sich mit einigen jungen Mosaik-Zeichnern, der Künstlergruppe Zonic (Jörg Reuter, Andreas Pasda, Jens Uwe Schubert) auf eine neue Aufgabe. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: ein vierseitiger Beitrag, der mit der Geschichte der DDR auf humoristische Weise abrechnen wollte. Im Album "Durchbruch" fand dieser DDR-Beitrag weltweite Verbreitung.

 

Dräger kündigte seinen Vertrag mit dem Verlag Junge Welt zum 31. Dezember 1990. Das Comic-Schreiben wollte er aber nicht ganz aufgeben. Lothar Dräger zählt zu den begehrtesten Zeitzeugen der Mosaikgeschichte und ist deshalb ständiger Gast beim Mosaikclub

Appolda. Am 01.11.1996 wird Herr Dräger zum ersten mal nach Neubrandenburg kommen und hier mit anderen Zeichnern bzw .Mitarbeitern des Mosaiks über die Geschichte ,Hintergründe übers Atelier Hegen berichten. Bestimmt eine längst überfällige Veranstaltung für Comic-Fans in Mecklenburg.

Diese Veranstaltung wird im Kommunalen Kino LATÜCHT in der Zeit von 19.00 -23.00 Uhr statt finden. Rund 100 Leute werden hier Platz finden um übers Mosaik zu quatschen und zu erfahren was sie schon immer übers Mosaik wissen wollten.

 

Hegen wollte einfach nicht glauben, daß seine bisherigen Mitarbeiter in der Lage sein würden, ohne ihn weiter zu machen. Doch da irrte er sich. Nach vielen Diskussionen wurde klar, was  die zukünftigen Helden nicht sein sollten:

"harte Männer, die alle Probleme mit Muskelkraft lösen;

oder superintelligente Besserwisser....Gefragt waren pfiffige Burschen, Abenteurer, die Spaß verstehen, und mit denen es sich gut auskommen ließ." Schließlich wählte man den Namen "Abrafaxe", was geheimnisvoll und lustig zugleich klang. Wieviel Helden sollten es sein, zwei oder drei. Man wählte die magische Zahl drei und als Anfangsbuchstaben A, B, und C. Schließlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Namen feststanden: Abrax, Brabax und Califax. Jeder von ihnen sollte eine bestimmte Eigenart haben. Nun machten sich die Zeichner an die Entwürfe.